Neues zur alten "Neuen Mühle" in Fürstenberg, Lkr. OHV (Ersatzneubau Havelwehr Brandenburger Straße)

Abbildung Historische Topografie
Historische Topografie (Stadtgrundriss vor dem großen Stadtbrand 1797; braun, Verlauf der Stadtbefestigung, Arbeitsgebiet)


In Vorbereitung auf den seit längerer Zeit geplanten Ersatzneubau des Havelwehres in der Brandenburger Straße in Fürstenberg fanden 2014 nach dem Abbruch des historischen Dampf- und Wasserkraftwerkes umfangreiche Schachtungsarbeiten zur Vertiefung und Befestigung des Mühlgrabens und zur Herstellung eines bauzeitlichen Umfluters statt.
Das Baufeld befindet sich am Standort der seit 1568 urkundlich erwähnten „Neuen Mühle“ und einer seit mindestens 1624 bestehenden Schneidemühle.

Beide Mühlenstandorte befinden sich südlich der Stadt an der heutigen Bundesstraße 96.

Diese nutzt noch heute eine seit slawischer Zeit bestehende Handelsroute über eine naturräumlich günstige Querungssituation der Havelseenkette.

Am Beginn des 13. Jh. wurde diese mit einer kurfürstlichen Grenzfeste als Bindeglied der Herrschaften Stargard und Barnim befestigt. Im Verlauf des 13. Jh. entwickelte sich im Schatten der Burg eine Stadt, die zumindest im Osten mit einem oder mehreren Wällen (mit Palisaden) befestigt wurde. Sie besaß neben Markt und Kirche zwei Stadttore, das Strelitzer Tor im Norden und das Zehdenicker im Süden. Unmittelbar an der Burg existierte seit der Gründung der Stadt an einem natürlichen Havelarm die „Alte Mühle“.

Südlich der Stadt wurden mit der Schleusenhavel und dem Mühlengraben zwei künstliche Verbindungen von der Havel zum Schwedtsee hergestellt, um weitere Mühlen betreiben zu können. Hier sind seit dem späten 15. Jh. die Bornmühle, die Neue Mühle und eine Schneidemühle bekannt.

Im Zuge der Bauarbeiten wurden hunderte Gründungspfähle gezogen, von denen ein Teil dendrochronologisch untersucht werden konnte. Die Ergebnisse belegen, daß der Müllergraben bereits in den 1330er Jahren mit einer hölzernen Uferbefestigung und einer Brücke versehen war. Damit konnte die Existenz der Neuen Mühle bereits im 14. Jh. belegt werden.

 

Die Untersuchung eines aus dem Fundament der bestehenden Müllervilla von 1899 geborgenen Bohrkernes und der vorhandenen Bausubstanz zeigte darüber hinaus, dass das Untergeschoß des Gebäudes weitgehend unverändert vom Mühlengebäude aus der Mitte des 16. Jh. gebildet wird.

 

Fuerstenberg, alte Muehle
Bauphasen

 

Die Holzuntersuchungen belegen weiterhin eine kontinuierliche Bautätigkeit seit dem 16. Jh. mit Erneuerungsphasen etwa alle 30 Jahre.


Diagramm Dendrochronologie
Dendrochronologische Untersuchungsergebnisse


Vortag JBK
Präsentation Jahreskonferenz Landesarchäologie 2014 (06.03.2015)

 

Ausgrabungen in Alt-Zepernick, Lkr. BAR

Zepernick, Lkr. BAR
Das Untersuchungsgebiet in der historischen Topografie (Urmesstischblatt Nr. 1766 aus dem Jahre 1839)


Das 1289 erstmalig in einer erhaltenen Urkunde erwähnte Dorf Zepernick wurde wie die meisten Dörfer des südlichen Barnim in der ersten Hälfte des 13. Jh von deutschen Siedlern, vermutlich aus dem westelbischen Gebiet, errichtet. An den Ufern des Dransebaches wurde das Dorf als rechtwinklig angeordnetes Winkelangerdorf angelegt. Im nordwestlichen Teil der historischen Dorflage wird derzeit die Errichtung einer Wohnanlage vorbereitet. Das untersuchte Baufeld umfasst die nördliche Hofstelle der östlichen Zeile der historischen Dorflage gegenüber der Dorfkirche an der nach Osten abzweigenden Wegführung in die Feldmark (heutige Zelterstraße). Im Rahmen der planmäßigen archäologischen Baubegleitung konnten die gut erhaltenen Reste der mittelalterlichen Bebauung freigelegt und dokumentiert werden. Die Ergebnisse zeigen exemplarisch, wie mit der archäologischen Untersuchung auch kleinerer, innerörtlicher Bauvorhaben wichtige neue und unwiederbringliche Quellen der Orts- und Landesgeschichte für die Nachwelt und die Forschung gesichert werden können.

 

Zepernick, Lkr. BAR
Mittelalterlicher Feldsteinkeller, rechts daneben die Flurgrenze

Nahezu identisch mit der modernen Flurgrenze konnte ein dorfgründungszeitlicher Parzellengraben (Grenzmarkierung) nachgewiesen werden, der die Kontinuität der Grundstücke seit der Dorfgründung belegt. Derartige Befunde sind aus anderen Orten zwar bekannt, aber außerordentlich selten. In Zepernick kann mit diesem Befund zudem die Ecke der Parzelle zum angrenzenden Dorfanger lokalisiert werden.

 

Zepernick, Lkr. BAR
Der mittelalterliche Feldsteinkeller im Planum. Der Zugang zu dem kleinen Halbkeller erfolgte vermutlich durch eine Holztreppe innerhalb des Hauses

An dieser rekonstruierbaren Parzellenecke orientierte sich ein quadratischer, kleiner Feldsteinkeller von ca.2,5 m Innenmaß, der noch in einer Höhe von ca. 0,5 m erhalten war. Das Mauerwerk war mit unbearbeiteten Feldsteinen in Lehm ausgeführt. Die Sohle war unbefestigt und wies bemerkenswerterweise keine ausgeprägte Nutzungsschicht auf. Dies deutet auf eine kurze Nutzungsdauer hin. Aus der geringen erhaltenen Tiefe des Kellers kann auf einen gewissen Geländeabtrag des Areales in nachmittelalterlicher Zeit geschlossen werden. Der schräg hofseitig in den Keller führende Zugang war in Resten erhalten und wies auf der Sohle Reste von Holzkohle auf, die evtl. auf eine verkohlte Zugangstreppe hinweisen könnten.

Die Verfüllung von Keller und Zugang zeigte teilweise Brandspuren und bestand vorwiegend aus Wandlehm und Feldsteinen der aufgehenden Kellerwände. Sie lässt auf eine Brandzerstörung des Hauses und eine nachfolgende, allmähliche Verfüllung der dann offenen Kellergrube schließen.

 

Zepernick, Lkr. BAR
Anlage des Profils durch den Keller

Der Befund stellt den Halbkeller eines ebenerdigen, vermutlich traufständigen Fachwerkgebäudes dar, das an den Anger und die seitliche Grundstücksgrenze angrenzte. Nach Ausweis der Funde erfolgte die Errichtung des Gebäudes und des Parzellengräbchens zeitnah im 13. Jh. und dürfte damit dorfgründungszeitlich sein. Auch

der Zerstörungshorizont des Hauses enthielt ausschließlich Material des 13.-14. Jh., so daß nur eine relativ kurze Nutzungsdauer konstatiert werden muß.



Im Profilschnitt durch den Keller ist die Verfüllung mit Baulehm des zerstörten Gebäudes erkennbar.

 

Präsentationen aktueller Projekte auf der Jahreskonferenz Landesarchäologie 2012 (Brandenburg/Havel 14.-15. März 2013)


Ein mittelalterlicher Dorffriedhof unter der Ortslage Glambeck,

Lkr. OHV

 


Befestigungs- und Baustrukturen in Rheinsberg, Lkr. OPR



Der "friderizianische" Wasserturm von Oranienburg, Lkr. OHV

Ausgrabungen in Rheinsberg, Lkr. OPR


Historische Topographie Rheinsbergs. ( rot: 13. Jh. bis 1740, blau: der Knobelsdorff-Plan von 1740, grau: heutiges Stadtbild)


Eine den Markt querende mittelalterliche Straße. Im Vordergund (1) Viehtritte und Wagenspuren, im Hintergrund die sandige Bettung eines Staßenplasters (2), rechts (3) Reste des Straßengrabens und hinten links (4) die Freilegung eines mittelalterlichen Feldsteinkellers.



Schichten des Stadtgrabens im Profil des Regenwasserkanalgrabens.

 


Reste der Stadtmauer in der Königsstraße.

 



Ausgrabungen in Oranienburg, Lkr. OHV


Darstellung des Amtshauses und des Wasserturmes um 1795, unbekannt.

Freilegung der Fundamente des Amtshauses und älterer Befunde.
In dem nichtunterkellerten Bereich hat sich ein Straßenpflaster
und ein Holzkastenbrunnen erhalten.





Fundamentkonstruktion des Wasserturmes



Zeichnerische Dokumentation der Holzkonstruktion.




Ausgrabungen im Ortskern Glambeck, Löwenberger Land, Lkr. OHV


Dokumentation mittelalterlicher Bestattungen.



Die Skelette werden freipräpariert.



Ausgrabungen am Dossewehr bei Wulkow, Lkr. OPR


Zeichnerische Dokumentation der Fläche



Die einzelnen Befunde werden im Profil dokumentiert


Ausgrabungen am ehemaligen Hamburger Tor in Kyritz, Lkr. OPR


Dokumetation der Fundamente



Fundamente eines Vorgängerbaus (Torhaus?)



Angaben zum Projekt:


Ort: Fürstenberg Lkr. OHV
Fundplatz: mittelalterlicher Stadtkern
Zeitstellung: deutsches Mittelalter, Neuzeit


Zepernick

Erhaltenes Mühlengebäude mit renaissancezeitlichem Untergeschoss („Müllervilla“ von Süd)

 

Zepernick

Dokumentation der geborgenen Hölzer


Aus dem Baggergut des Mühlengrabens wurden tausende archäologische Funde geborgen. Neben keramischem Fundgut und Glasfunden des 13. bis 20. Jh. wurden Funde aus nahezu allen Bereiche des Lebens sowie einige Waffen des 18.-20. Jh. geborgen. Sie stellen in ihrer Komplexität eine wertvolle Quelle der Alltagsgeschichte dar.


Zepernick

Funde (Glas, Keramik, Porzellan, Metall)




Zepernick

Dosendeckel aus Porzellan (Darstellung einer Wandermenagerie mit Bärengrube und Löwenkäfig), um 1800


Zepernick

Brillen


Zepernick

Keramik


Zepernick

Metall


Zepernick

Metall


Zepernick

Steinschlosspistole , 18. Jh.


 

Angaben zum Projekt:


Ort: Zepernick, Lkr. BAR
Fundplatz: mittelalterlicher Ortskern
Zeitstellung: deutsches Mittelalter

Nach Ausweis der Funde erfolgte die Errichtung des Gebäudes und des Parzellengräbchens zeitnah im 13. Jh. und dürfte damit dorfgründungszeitlich sein. Auch der Zerstörungshorizont des Hauses enthielt ausschließlich Material des 13.-14. Jh., so daß nur eine relativ kurze Nutzungsdauer konstatiert werden muß.


Zepernick

Keramik aus dem Feldsteinkeller


Zepernick

Formziegel aus dem Feldsteinkeller


In der Kellerverfüllung fand sich ein Fragment eines gotischen Formziegels, dessen Herkunft in Zepernick vollkommen rätselhaft ist. Die Feldsteinkirche des 13. Jh. scheidet als Quelle aus, da sie keine derartigen Ziegel beinhaltete. In Frage kommt nur ein repräsentativer Sakral- oder Profanbau in der näheren Umgebung.

Mit dem Ziegelfragment und der Gefäßkeramik aus der Kellerverfüllung kann der Zerstörungszeitpunkt des Hauses mit einiger Wahrscheinlichkeit in das 14. Jh. eingegrenzt werden. Ein verkohltes Bauholz konnte dendrochronologisch untersucht werden. Die verwendete Esche wurde demnach im Winter 1186/87 gefällt. Dabei dürfte es sich um ein im Haus verbautes bzw. vorhandenes Altholz handeln, da eine deutsche Ansiedlung in Zepernick wesentlich vor 1230 nach dem derzeitigen Forschungsstand eher unwahrscheinlich ist.


Zepernick

Metallfunde aus dem Feldsteinkeller


Zepernick

Metallfunde aus dem Feldsteinkeller


Zepernick

Metallfund aus dem Feldsteinkeller


Herausragende Funde aus der Kellerverfüllung sind neben eisernem Hausrat wie Messerklingen und einem Hufeisenfragment ein bronzener Zierbeschlag (verm. Riemenzunge) und eine eiserne, zweiflügelige Tüllenpfeilspitze. Letztere ist, wie der Formziegel im bäuerlichen Kontext sehr ungewöhnlich und könnte auf kriegerische Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Zerstörung des Hauses hindeuten.

Angaben zum Projekt:


Ort: Rheinsberg, Lkr. OPR
Fundplatz: Stadtkern
Zeitstellung: deutsches Mittelalter, Neuzeit
Beschreibung:
Zahlreiche Stadtbrände, besonders in den Jahren 1542 und 1635 hemmten die Entwicklung des Städtchens Rheinsberg an der alten Handelsroute zwischen Ruppin und Zechlin (der heutigen B122) seit dessen Entstehung im Schatten der Burg zu Beginn des 13. Jh. Die Zerstörungen des 30jährigen Krieges waren noch nicht überwunden, als im Jahre 1740 ein verheerender Stadtbrand nahezu die ganze Stadt zerstörte. Der königliche Wiederaufbauplan wurde in den folgenden Jahrzehnten nach Plänen von Knobelsdorff realisiert. Dabei wurde die Stadt erheblich vergrößert und nach einem völlig neuen Grundriss, bestehend aus rechteckigen Baublöcken mit schachbrettartigen Straßen wieder aufgebaut. Die derzeit realisierte Erneuerung der Ortsdurchfahrt der B122 (Am Markt und Königsstraße) folgt diesem neuen Stadtgrundriss und durchquert dadurch die mittelalterliche Stadt im Bereich von ehemals bebauten Parzellen, Straßen, der Stadtbefestigung und des ehemaligen Angers. Die fast 800 jährige Stadtgeschichte spiegelt sich in den Profilen des neuen Regenwasserkanals wieder. Im Süden wurden die Reste eines bislang unbekannten, mittelalterlichen Grabenwerkes angetroffen, mehrere, im Ursprung mittelalterliche Hauskeller wurden nach dem letzten Stadtbrand abgebrochen und mit Brandschutt verfüllt. Gruben und Pfostenreste belegen die wirtschaftliche Nutzung der Stadtparzellen. Unter den bis 1740 genutzten Straßen zeigt die Stratigraphie die Kontinuität der historischen Stadtgestalt trotz zahlreicher Feuersbrünste.
Zwischen der See- und Kurt-Tucholsky-Straße überquert die heutige Königsstraße den Verlauf der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Leitungsgraben der neuen Regenwasserleitung konnte der Aufbau der Befestigung erstmals vollständig untersucht werden. Der ca. 10 m breite und mehr als 3 m tiefe Stadtgraben befand sich unmittelbar vor der Stadtmauer, von der sich im Straßenbereich die Reste der Findlingsfundamente erhalten haben. Die aktuellen Untersuchungen zeigten, daß der Stadtgraben zwar im 13. Jh., aber nicht am Anfang der deutschen Besiedlung des heutigen Stadtgebietes angelegt wurde. Wahrscheinlich befand sich in der Nähe der Burg zunächst eine unbefestigte Vorburgsiedlung. Im Zuge der Entwicklung dieses Suburbium zur Stadt wurde diese zunächst mit einem Befestigungsgraben, wahrscheinlich mit einer Holzpalisade an der Innenseite, befestigt. Erst einige Zeit später, nach einer Brandzerstörung, wurde die Palisade durch eine steinerne Stadtmauer ersetzt. Einige Zeit nach dem letzten großen Stadtbrand vom April 1740 wurde die Stadtmauer abgetragen und der Stadtgaben vollständig verfüllt. Zur Befestigung des Untergrundes der zunächst unbefestigten Staße wurden Produktionsabfälle der nahegelegenen Steingutmanufaktur Lüdecke (gegr. 1762) verwendet. Zweimal überquert die heutige B122 im Bereich der Königsstraße den Verlauf älterer Straßen. Auch hier spiegeln die Profile den Ablauf der Stadtentwicklung im 13. und 14. Jh. wieder. Einige Jahrzehnte nach dem Beginn der Besiedlung wurden zur Entwässerung und Abfallentsorgung flache Straßengräben angelegt. Diese blieben jedoch nur kurze Zeit in Benutzung und wurden dann mit einer sandigen Bettungsschicht für ein Feldsteinpflaster überdeckt. Dieses Straßenpflaster bildete die Oberfläche bis zum letzten großen Brand.

Angaben zum Projekt:


Ort: Oranienburg, Lkr. OHV
Fundplatz: mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Ortskern
Zeitstellung: deutsches Mittelalter, Neuzeit
Beschreibung:
Mit dem Neubau der Stadtbibliothek wird derzeit eine weitere Lücke im historischen Stadtzentrum der Stadt Oranienburg geschlossen. Direkt gegenüber des Schlosses am Havelufer gelegen, wird mit dem Gebäude ein Teil der ehemaligen südlichen Schlossplatzbebauung wieder hergestellt. Bis 1974 befand sich hier das ehemalige königliche Amtshaus, das 1704 vom preußischen König Friedrich I. errichtet wurde. Seit 1834 bis zu seinem Abriß beherbergte es die erste Gemeindeschule der Stadt, die spätere Goetheschule. Bei den Ausgrabungen im Vorfeld der Bauarbeiten konnten die Reste dieses stadtgeschichtlich wichtigen Gebäudes und der älteren Bebauung dieses Areales dokumentiert werden. Mindestens seit den 1650er Jahren existierte hier ein massiver Gebäudekomplex des kurfürstlichen Heidereiters. Entwässerungs- bzw. Parzellengräben und ein Holzkastenbrunnen belegen die Nutzung des Havelufers seit dem 13. Jh.


Mittelalterlicher Holzkastenbrunnen.

Südöstlich des Amtshauses ließ König Friedrich I. einen monumentalen Wasserturm zur Versorgung der Fontänen in Schloß und Park errichten. Er war mit einem gusseisernen Röhrensystem verbunden. Bei der Vorbereitung der Gründungsarbeiten der neuen Bibliothek gelang es, die Fundamente dieses einzigartigen Bauwerkes freizulegen und zu dokumentieren. Ein kunstvoller Grundstein mit den königlichen Initialen datiert den Baubeginn in das Jahr 1710. Massive Pfahlgründungen trugen das viergeschossige Bauwerk, das mit bereits mit dem Tode Friedrichs I. 1713 seine Bedeutung verlor und 1822 zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen wurde.


Grundstein mit der Aufschrift "FR", Fridericus Rex (lat. für "König Friedrich") von 1710.

Angaben zum Projekt:


Ort: Glambeck, Lkr. OHV
Fundplatz: mittelalterlicher Dorfkern
Zeitstellung: römische Kaiserzeit (2. Jh.), deutsches Mittelalter (13. Jh.)
Beschreibung:
Das Straßendorf Glambeck im Nordwesten des Landkreises Oberhavel liegt am Randes des Ländchens Löwenberg in einer durch eiszeitliche Fließrinnen, Niederungs-gebiete und kleinen Moränenhochflächen stark gegliederten Landschaft. Das vermutlich Anfang des 13. Jh. von sächsischen Siedlern gegründete Dorf wurde bereits 1348 als "wüst", also verlassen in den Urkunden (erst)erwähnt. Erst 1574 ist eine Wiederbesiedlung nachweisbar, die jedoch nur bis in die Zeit des 30jährigen Krieges andauert. Ab 1690 wurde das Dorf mit der Ansiedlung von Schweizer Siedlern neu gegründet. Aus dieser Zeit stammte auch die Ende des 19. Jh. abgebrannte Dorfkirche, die 1901 durch den heutigen, neogotischen Kirchenbau ersetzt wurde. 2012 erhält Glambeck eine neue Trinkwasser-versorgung und eine neue Dorfstraße. Bei der routinemäßigen archäologischen Kontrolle der Erdarbeiten wurden zahlreiche, mittelalterliche Körper-bestattungen freigelegt. Sie befinden sich heute sehr dicht unter der Oberfläche, was auf einen erheblichen Geländeabtrag seit dem 13. Jh. hindeutet. Die gut erhaltenen Bestattungen repräsentieren die Gründergenerationen des Dorfes im 13. Jh. Sie geben Aufschluß über die Lebensumstände, den Gesundheits-zustand und das Sterbealter der damaligen Bevölkerung. Außerdem wurden erstmals auch Reste einer germanischen Ansiedlung des 2. Jh. n. Chr. nachgewiesen.

Angaben zum Projekt:


Ort: Wulkow, Lkr. OPR
Fundplatz: ehemaliger Burgberg (Wulkow 1)
Zeitstellung: Mittelalter
Beschreibung:
Durch die Erneuerung des Dossewehres und die Herstellung einer Fischaufstiegstreppe im Bereich des vorhandenen Umflutergrabens wird in das Bodendenkmal eingegriffen.

Die Fläche befindet sich auf einer natürlichen Talsandinsel, die von einem Altarm der Dosse im Nordosten, Westen und Südwesten umschlossen wird.

Über den sogenannten Burgberg sind bislang nur wenige Aufzeichnungen aus den 1930er Jahren bekannt. Bei der Errichtung des heutigen Wehres 1967 wurde das Gelände eingeebnet und dabei stark abgetragen sowie der Verlauf der Dosse reguliert. Zum damaligen Zeitpunkt wurden von Mitarbeitern der Museen Potsdam und Wusterhausen neben zahlreichen Scherben des Mittelalters und urgeschichtlicher Zeitstellung auch Feldsteinmauern beobachtet. Eine Ausgrabung fand nicht statt.

Bei den aktuellen Augrabungen wurden Reste verschiedener mittelalterlicher Gräben, Gruben und Pfosteingrabungen freigelegt. Die Untersuchungsfläche umfaßt Teile des nördlichen Vorburgbereiches.

Angaben zum Projekt:


Ort: Kyritz, Lkr. OPR
Fundplatz: mittelalterlicher Stadtkern
Zeitstellung: Mittelalter, Neuzeit
Beschreibung:
Direkt nördlich der ehemaligen Stadtmauer und westlich des ehemaligen "Hamburger Tores" musste ein Fachwerkgebäude des frühen 19. Jh. dem Neubau einer Bankfiliale weichen.

Im Zuge des Abrisses wurde deutlich, daß Teile der südlichen Außenwand aus der ehemaligen Stadtmauer bestanden. Unterhalb der Fundamente des abgebrochenen Gebäudes wurden Reste eines kleinen Vorgängerbaus freigelegt, das nach Ausweis des geborgenen Fundmaterials in das 17.-18. Jh. zu datieren ist. Dieses wurde in den bereits verfüllten Stadtgraben errichtet. Das belegt den recht frühen Abbruch der Toranlage, wohl im Zusammengang mit der Einebnung der äußeren Stadtbefestigung spätestens im 18. Jh.