Haben Sie schon mal Gold gefunden?

Ja, selten zwar, aber das kommt gelegentlich vor. Gold war zu allen Zeiten beliebt und ging natürlich auch manchmal verloren. Das ist die Chance der Archäologen. Beispiele der letzten Jahre aus unserer Praxis sind drei bronzezeitlichen Goldringe aus Schildow oder ein barockzeitlicher Fingerring mit Amethyst aus Oranienburg.


Was war das Wertvollste, was Sie je gefunden haben?

Die Dinge, die wir finden, sind meist nicht wertvoll im Sinnes eines Geldwertes. Sie haben aber einen großen ideellen Wert, sind sie doch vergleichbar mit historischen Urkunden, nur aus Zeiten und Lebensbereichen, aus denen es keine Urkunden gibt. Genauso "wertvoll" sind die Umstände der Auffindung. Eine einfache Scherbe kann eine Schicht oder einen Befund datieren, obwohl sie eigentlich von einem weggeworfenen Gefäß stammt, menschlichem Müll also.


Waren Sie schon mal in Ägypten?

Ja, im Urlaub. Es gibt sehr unterschiedliche Disziplinen der Archäologie, z.B. die Klassische Archäologie, die sich mit dem antiken Rom und Griechenland beschäftigt, oder die Orientalische Archäologie (Archäologie Vorderasiens) oder eben die Ägyptologie. In Deutschland, wo wir arbeiten, sind die Archäologen zumeist Prähistoriker oder Mittelalterarchäologen.


Woher wissen Sie, wo Sie suchen müssen?

Die Mehrzahl unserer Projekte sind Grabungen im Zusammenhang mit geplanten Bauvorhaben. Wenn zu befürchten ist, daß durch die Bauarbeiten bekannte oder vemutete Bodendenkmale beschädigt oder zerstört werden, verlangt der Gesetzgeber eine archäologische Begleitung der Bodeneingriffe. Das ist das, was wir tun.

Wir suchen also nicht und graben nichts aus, was nicht unbedingt ausgegraben werden muß.


Wer finanziert das?

In Brandenburg ist, wie in weiten Teilen Europas, der Verursacher der Zerstörung, also der Bauherr, für die archäologische Dokumentation und damit die Rettung der von der Zerstörung bedrohten Teile eines Bodendenkmals kostenpflichtig. Dies ist im Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz festgelegt. Der Bauherr, der ein Bodendenkmal verändern will, erhält mit der Baugenehmigung eine "Denkmalrechtliche Erlaubnis" von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Die Fachlichen Anforderungen zur Maßnahme erstellt die Obere Denkmalschutzbehörde, das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege. Auf dieser Grundlage beauftragt der Bauherr eine Fachfirma wie die unsere , um die Auflagen der Baugenehmigung zu erfüllen.


Aber eine Ausgrabung verzögert die Baumaßnahme doch sehr lange?

Das ist im Allgemeinen nicht der Fall. Wenn schon vor Beginn der Baumaßnahme feststeht, daß eine archäologische Begleitung stattfindet,kann eine kompetente Koordination dies meist verhindern.

Auch im laufenden Baubetrieb bedeutet Archäologie nicht zwangsläufig Stillstand und hohe Kosten. Zumeist finden sich Lösungen, die Anforderungen der archäologischen Arbeit und den Bauablauf weitgehend zu koordinieren.


Wie lange dauern Ausgrabungen?

Das ist unterschiedlich. Vor dem Bodeneingriff kann meist nicht seriös abgeschätzt werden, wie lange die Ausgrabung dauern wird, da niemand weiß, was sich unter der heutigen Oberfläche verbirgt.

Um größere Maßnahmen besser kalkulieren und abschätzen zu können, werden Prospektionen oder Voruntersuchungen durchgeführt. Dabei werden Sondagen im Baufeld angelegt, längere Baggerschnitte oder Sieblochsondagen, um die Ausdehnung eines Bodendenkmals abzugrenzen und dessen genauen Charakter zu bestimmen.

Die Ausgrabung auf kleineren Baufeldern, wie z. B. für ein Einfamilienhaus dagegen lassen sich aufgrund von Erfahrungswerten meist schon am ersten Tag verläßlich abschätzen.


Wenn ich selbst etwas finde, muß ich das abgeben?

Dazu sind Sie sogar gesetzlich verpflichtet. Die Meldung von Zufallsfunden ist ein ganz wichtiger Teil der Bodendenkmalpflege. Wer Funde nicht abliefert, verstößt gegen das Denkmalschutzgesetz und kann bestraft werden. Dabei haben die Fundstücke meist gar keinen Geldwert, sind aber für die Forschung wertvolle Geschichtszeugnisse. Archäologische Funde sind Gemeineigentum und gehören nicht in private Sammlungen.

Darüber hinaus sind kriminelle Raubgräber, die die erbeuteten Gegenstände auf dem Schwarzmarkt veräußern wollen, zunehmend ein ernstes Problem für die Archäologie.

Interessenten können das Hobby "Archäologie" als "ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger" mit Unterstützung der Behörden ausüben. Informationen dazu bekommen Sie beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege.


Kann ich auch mal auf einer Ausgrabung mitmachen?

Ja! Bei uns. Machen Sie doch mit uns eine ZEITREISE!